Apple hat seine langfristigen Pläne für Headsets und intelligente Brillen offenbar deutlich angepasst. Darauf deutet eine neue Einschätzung des Analysten Ming-Chi Kuo hin, der als gut vernetzt in Apples Zulieferkette gilt. Demnach wurden mehrere bislang erwartete Geräte aus der internen Planung gestrichen oder auf unbestimmte Zeit verschoben.
John Ternus: Apples nächster CEO soll die Vision Pro weniger priorisieren
Sichtbar bleiben aktuell vor allem zwei Brillenprojekte, die den künftigen Kurs des Unternehmens bestimmen sollen.
Noch vor einem Jahr hatte Kuo eine umfangreiche Produkt-Roadmap veröffentlicht. Diese sah mehrere Generationen der Vision-Pro-Familie sowie verschiedene Brillenmodelle vor. Inzwischen hält der Analyst diese Übersicht jedoch für überholt. Nach seinen aktuellen Informationen wurde die Strategie grundlegend überarbeitet.
Apple setzt auf den Massenmarkt
Bereits Anfang der Woche berichteten wir über Hinweise, dass Apple seine Prioritäten im Brillensegment neu ordnet. Statt aufwendige Augmented-Reality-Systeme in den Mittelpunkt zu stellen, soll inzwischen eine alltagstaugliche Brille mit enger iPhone-Anbindung im Fokus stehen.
Die nun veröffentlichten Informationen passen zu diesem Kurswechsel. Laut Kuo wurde die Neuausrichtung von Apples Hardware-Chef John Ternus abgesegnet, der im September den CEO-Posten von Tim Cook übernehmen wird. Apple soll Ressourcen gezielt von der Vision-Pro-Plattform abziehen und stärker in Produkte investieren, die deutlich größere Nutzergruppen erreichen können.
Während die Vision Pro bislang vor allem Entwickler, Unternehmen und Technikinteressierte anspricht, könnte eine intelligente Alltagsbrille ähnlich wie eine klassische Sonnen- oder Lesebrille genutzt werden. Apple würde damit auf einen Markt zielen, der wesentlich größer ist als jener für Mixed-Reality-Headsets.
KI-Brille soll 2027 erscheinen
An den Zeitplänen hat sich ebenfalls etwas geändert. Die von Apple entwickelte Brille ohne integriertes Display soll laut Kuo weiterhin für 2027 vorgesehen sein. Das Konzept erinnert an die aktuellen Ray-Ban-Brillen vom Meta. Nutzer würden Informationen überwiegend per Sprache abrufen und Funktionen über Kameras, Mikrofone und KI-Dienste nutzen.
Zu den erwarteten Funktionen zählen Foto- und Videoaufnahmen, Audiowiedergabe sowie die Analyse der Umgebung durch künstliche Intelligenz. Ein Bildschirm vor den Augen ist für dieses Modell nicht vorgesehen. Stattdessen soll die Brille als Ergänzung zum iPhone fungieren und bestimmte Aufgaben übernehmen, ohne dass das Smartphone ständig aus der Tasche geholt werden muss.
Deutlich weiter nach hinten verschiebt sich dagegen die Entwicklung einer echten AR-Brille mit eingeblendeten Bildschirminhalten. Nach aktuellen Einschätzungen wird eine Markteinführung jedoch nicht mehr vor 2029 erwartet.
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