Vor zwei Jahren sorgte das von Heineken beworbene Boring Phone für Aufmerksamkeit. Das Klapphandy des Herstellers HMD sollte Nutzer dazu bewegen, das Smartphone häufiger beiseitezulegen und sich wieder stärker auf ihr Umfeld zu konzentrieren. Nun greift Commodore ähnliche Ideen auf und kündigt mit dem Callback 8020 ein eigenes Mobiltelefon an, das digitale Ablenkungen bewusst einschränken soll.
Das Gerät richtet sich an Nutzer, die zwischen klassischen Feature Phones und modernen Smartphones eine Zwischenlösung suchen. Anders als einfache Klapphandys unterstützt das Callback weiterhin aktuelle Kommunikationsdienste wie WhatsApp, Signal oder Telegram. Gleichzeitig sollen viele der Funktionen fehlen, die laut Hersteller für übermäßige Bildschirmzeit verantwortlich sind.
Klapphandy mit moderner Technik
Optisch orientiert sich das Callback an den Klapptelefonen der frühen 2000er Jahre. Hinter dem Retro-Design steckt jedoch vergleichsweise aktuelle Hardware. Das Gerät verfügt über eine 48-Megapixel-Kamera, unterstützt Navigationsdienste, Musik-Streaming, Fahrdienst-Apps und zahlreiche weitere Android-Anwendungen.
Als Betriebssystem kommt eine angepasste Version von Sailfish OS zum Einsatz. Die Linux-basierte Plattform wird vom finnischen Unternehmen Jolla entwickelt, das von ehemaligen Nokia-Mitarbeitern gegründet wurde. Nach Angaben von Commodore lassen sich damit die meisten Android-Apps nutzen, ohne auf Android selbst angewiesen zu sein.
Gleichzeitig verzichtet das Callback bewusst auf einige zentrale Bestandteile heutiger Smartphones. Weder ein Webbrowser noch klassische soziale Netzwerke sollen verfügbar sein. Auch E-Mail-Anwendungen und Messenger für den Arbeitsalltag wie Slack oder Microsoft Teams bleiben außen vor. Ziel ist es, das Gerät auf Kommunikation und ausgewählte Alltagsfunktionen zu beschränken.
Digitale Auszeiten als Verkaufsargument
Der Hersteller begründet diesen Ansatz mit dem Wunsch vieler Nutzer nach einer geringeren Bildschirmzeit. Statt Inhalte endlos durchzuscrollen, soll das bewusste Öffnen und Schließen des Klapphandys für eine kleine Unterbrechung sorgen. Selbst Benachrichtigungen werden zurückhaltend dargestellt. Auf dem Außendisplay erscheinen lediglich grundlegende Informationen wie Uhrzeit, Akkustand und Netzempfang.
Das Konzept erinnert an aktuelle Entwicklungen rund um sogenannte Dumb Phones und Minimal Phones. In den vergangenen Jahren erschienen bereits mehrere Geräte, die den Fokus auf digitale Auszeiten legen. Dazu zählen etwa das von HMD veröffentlichte Barbie Phone oder das ursprünglich als Marketingaktion gestartete Boring Phone von Heineken.
Commodore positioniert das Callback allerdings weniger als Verzichtsgerät und stärker als Alternative zum klassischen Smartphone. Nutzer sollen weiterhin auf moderne Kommunikationsdienste zugreifen können, dabei aber auf Funktionen verzichten, die ihre Aufmerksamkeit dauerhaft binden.
Die Vorbestellungen für das Callback 8020 sollen am 30. Juni starten. Der Einstiegspreis liegt bei umgerechnet rund 430 Euro vor Steuern. Angeboten werden mehrere Farbvarianten, darunter ein an klassische Commodore-Rechner erinnerndes Beige. Zusätzlich sind wechselbare Akkus und austauschbare Gehäuseteile vorgesehen.
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