Apple setzt mit dem neuen macOS 27 Golden Gate einen endgültigen Schlussstrich unter die Unterstützung für seine Time Capsule. Der Grund: Das neue Betriebssystem entfernt die AFP-Unterstützung (Apple Filing Protocol), die seit 1988 fester Bestandteil des Apple-Ökosystems war. Ohne AFP können Time Capsules nicht mehr mit Time Machine zusammenarbeiten. Das bedeutet das Ende für die ikonischen Backup-Geräte, die 2008 auf der Macworld Expo debütierten und bis 2018 verkauft wurden.
AFP, einst das Herzstück der Apple-Netzwerkkommunikation, wurde bereits 2013 durch SMB (Server Message Block) als primäres Protokoll abgelöst. Mit macOS 11 Big Sur verschwand 2020 die Möglichkeit, einen AFP-Server zu betreiben. Jetzt, mit macOS 27, fehlt auch der AFP-Client vollständig. Time Capsules sind jedoch auf AFP und das veraltete SMBv1 angewiesen, was beides von macOS 27 nicht mehr unterstützt wird. Stattdessen erfordert Time Machine nun SMBv2 oder SMBv3, was moderne NAS-Systeme abdeckt, die Time Capsule aber ausschließt.
macOS 27 führt strengere Netzwerksicherheitsanforderungen ein, darunter TLS 1.2 als Mindeststandard. Die Hardware der Time Capsule kann diese Anforderungen nicht erfüllen. Damit wird das Gerät, das einst als revolutionäre Kombination aus WLAN-Router und NAS galt, obsoleter als je zuvor. Apple hatte die AirPort-Produktreihe bereits 2018 eingestellt, ohne jemals ein Update für die Time Capsule nach 2013 zu veröffentlichen.
Workaround: Microsoft-Ingenieur patcht das Gerät
Offiziell lässt sich die Time Capsule von Apple nicht mehr unter macOS 27 verwenden.
Die Community hat eine Lösung: TimeCapsuleSMB, ein Projekt des Microsoft-Ingenieurs James Chang, das bei Github zur Verfügung steht. Statt die Firmware der Time Capsule zu ersetzen, installiert es einen modernen Samba-Server (Version 4.24.3) direkt auf dem Gerät. Dieser unterstützt SMB3, authentifizierte Verbindungen und macht sich über Bonjour im Netzwerk bekannt. Nutzer und Nutzerinnen können sich so über eine Standard-SMB-URL im Finder verbinden, und das ohne Apples veralteten AFP-Stack.
Nicht alle Time Capsule-Modelle profitieren gleich: Nur das Tower-Modell der fünften Generation (2013) startet den Samba-Server nach einem Neustart automatisch. Ältere Modelle erfordern nach jedem Stromausfall einen manuellen Befehl, was die Zuverlässigkeit beeinträchtigt. Zudem startet die Umstellung auf SMB eine neue Time Machine-Backup-Kette: Bestehende Backups können nicht fortgesetzt werden. Langzeit-Wiederherstellungstests fehlen, ein zweites Backup-Ziel wird daher dringend empfohlen.
Das neue macOS 27 Golden Gate ist exklusiv für Macs mit Apple-Silicon vorgesehen. Die öffentliche Beta startet im Juli, die finale Version folgt im September. Intel-Mac-User, die bei macOS 26 bleiben, können die Time Capsule weiterhin nutzen. Für alle anderen bedeutet das Upgrade: Entweder ein modernes NAS, ein externes Laufwerk, oder der Umweg über TimeCapsuleSMB, um die alte Hardware am Leben zu halten.
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